Börsengang als Rettung aus den roten Zahlen?

Obwohl Aktien bei den Anlegern derzeit aufgrund der extrem hohen Schwankungen an den Märkten zahlreich gemieden werden, denken noch immer viele Unternehmen über einen Börsengang nach. Die Finanzkrise in Europa, die sich zu einer handfesten Schuldenkrise entwickelt hat und damit die ganze internationale Finanzwelt in arge Turbulenzen gestürzt hat, hat sich auch äußerst negativ auf die Börsen und Aktienkurse ausgewirkt. Die meisten Anleger sind zutiefst verunsichert und stecken ihr Geld lieber in die so genannten sicheren Anlagen, bevor sie ein zu hohes Risiko eingehen. Dies kann jedoch bei Aktien derzeit einfach der Fall sein. Wer sich auf das Auf und Ab an den Märkten einlässt, muss auch mit dem Risiko leben.

Dabei bescheinigt Juerg Zeltner, der beim Wealth Management der UBS als CEO tätig ist, Aktien eigentlich Potential, jedoch auch nur unter dem Aspekt einer expansiven Geldpolitik. Und obwohl es um Aktien derzeit nicht allzu gut bestellt ist, wollen noch immer viele Unternehmen an die Börse gehen. Gerade wenn es mit der Firma schlecht läuft, so denken sich viele, sie könnten mit einem Börsengang hohe Gewinne einfahren und damit retten, was finanziell noch zu retten ist. Zu ihnen gehört unter anderem auch das Internetunternehmen Yelp, das seit sieben Jahren, genauer gesagt seit seiner Gründung, in den roten Zahlen steckt. Ein Gang an die Börse soll dem gebeutelten Unternehmen nun Gewinn bescheren.

Dieser Gewinn soll nach Firmenangaben gar nicht so gering ausfallen. Yelp stellt sich Einnahmen von etwa 100 Millionen Dollar vor. In welcher Höhe und zu welchem Preis es die Aktien geben wird, steht noch nicht fest. Yelp, eine Empfehlungsplattform, die ihren Umsatz zum größten Teil durch Online Werbung bezieht, steckt schon seit Jahren in den roten Zahlen. Im vergangenen Jahr sprach man von einem Nettoverlust, der sich auf 8,45 Millionen Dollar belief und auch in diesem Jahr hat sich schon jetzt ein Verlust von 7,62 Millionen angesammelt. Es wird also nicht besser. Nun erwünscht man sich durch den Börsengang eine Wendung zum Guten. Mit dem Gewinn, der erhofft wird, will der Anbieter, der bisher nur in den USA Anzeigen verkauft, sich auch auf internationalem Boden behaupten.

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